Deutsch-Chinesischer Kindergarten

Die Konzeption ist eine Arbeitsgrundlage und Reflexionshilfe für die tägliche Arbeit in der Deutsch-Chinesischen Kita „Das China Büro e.V.“. Sie beschreibt die Ziele und Methoden der Arbeit in der Kita und zeigt, wo das Team professionelle Schwerpunkte setzt. Unsere Konzeption trägt dazu bei, unseren Kitaalltag darzustellen.

„Jedes Kind hat das Recht so zu sein, wie es ist.“ (Janusz Korczak)

Bei uns ist jedes Kind in guten Händen! Wir verstehen die Kita als eine Einrichtung der frühkindlichen Bildung, die durch ein anregungsreiches Umfeld und verlässliche Bezugspersonen allen Kindern bestmögliche und gleichberechtigte Lern- und Entwicklungschancen bietet. Wir sehen uns als Wegbegleiter*innen und Berater*innen selbstbewusster Kinder, die wach und mit offenen Augen durchs Leben gehen. Unser Ziel ist es jedes Kind als Persönlichkeit anzunehmen und allen Kindern in der Kita eine Atmosphäre von Geborgenheit zu geben, so dass sie sich rundum wohlfühlen. In einer der prägendsten Lebensphasen unterstützen wir die Entwicklung der Kinder, damit sie als selbstbewusste, neugierige, lebensfrohe, eigenverantwortliche, umweltbewusste und sozial kompetente Kinder einen guten Start ins zukünftige Leben haben.

Das Kind steht mit seinem individuellen Selbstbildungsprozess im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Unabhängig von Herkunft und seinen individuellen Voraussetzungen erhält jedes Kind die Chance, seine Fähigkeiten und Möglichkeiten in die Entwicklung der Bildungsgemeinschaft einzubringen. Aus diesem Verständnis gilt es, die Neugier des Kindes und seinen Forschungsdrang individuell zu fördern und es in seiner Motivation, neue Dinge zu lernen, kontinuierlich zu unterstützen.

Die Deutsch-Chinesische Kita ist eine zweisprachige Einrichtung. Hier sprechen Kinder und Erwachsene Deutsch, Chinesisch, beide oder mehrere Sprachen. Die Kinder, die aus einsprachigen Familien kommen, lernen die andere Sprache in allen Alltagssituationen, in denen beide Kulturen gleichermaßen gelebt und gepflegt werden. Zusätzlich machen wir den Kindern die chinesische Kultur zugänglich.

Kinder lernen Sprachen, wenn sie diese im Alltag erleben. Dieses Vorgehen wird auch Immersion („Eintauchen“) genannt. Die Pädagog*innen sprechen in ihrer Muttersprache mit den Kindern. Der Immersionsansatz gilt als erfolgreichste Methode der Sprachvermittlung. Egal in welcher Konstellation die verschiedenen Sprachen im Alltag des Kindes auftauchen, wichtig ist: Es muss eine klare Struktur geben, damit das Kind die beiden Sprachen deutlich voneinander unterscheiden kann.

Unser Ziel ist es, neben dem Erleben der chinesischen Sprache, alle Kinder bestens für den Schuleintritt in Deutschland vorzubereiten.

In unserer Kita legen großen Wert auf die Ausgestaltung der chinesischen Sprache und Kultur. Daher stehen unseren Kindern eine große Anzahl an chinesische Materialien z.B. chinesische Bilder- und Märchenbücher, traditionelle Musikinstrumente, Kostüme und Federfächer zur Verfügung. Sowohl in der Raum- und Materialgestaltung achten die Pädagog*innen auf den Einfluss der chinesischen Sprache und Kultur als auch in der Vorbereitung großer Feierlichkeiten.

Die Kinder werden bei der Vorbereitung der Feierlichkeiten mit einbezogen. Gemeinsam werden die Räumlichkeiten entsprechend der Feste dekoriert, spezielle Bastelarbeiten für Kinder angeboten, traditionelle Geschichten über die Entstehung der Feierlichkeiten vorgelesen und nachgespielt. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist das gemeinsame Fest mit allen Eltern und Verwandten.

Indem Pädagog*innen die Entwicklung des einzelnen Kindes schriftlich festhalten, nehmen sie sie bewusster wahr und können ihre pädagogische Arbeit darauf abstimmen. Außerdem dienen Dokumentationen dazu, die Entwicklung der Kinder transparent zu machen. Das Beobachten und Dokumentieren der verschiedenen Entwicklungsprozesse des Kindes hilft Pädagog*innen, ihre Arbeit zu reflektieren und weiterzuentwickeln und bildet die Voraussetzung für eine gezielte professionelle Arbeit.

In unserer Kita wird die Entwicklung der Kinder in Schrift, Bild, Tonaufnahmen und mit Videos dokumentiert. Für jedes Kind wird ein Portfolio/Sprachlerntagebuch angefertigt. Das Kind hat jederzeit Zugang zu seinem Portfolio/Sprachlerntagebuch, das mit einem Foto gekennzeichnet ist. Hier kann es allein oder in Begleitung mit den Pädagog*innen und Eltern seine Bilder anschauen oder sich Geschichten vorlesen lassen. Das Portfolio/Sprachlerntagebuch ist Eigentum des Kindes und kann zeitweise mit nach Hause genommen werden.
Um Aussagen über die Sprachentwicklung des Kindes zu machen, notieren wir sprachliche Äußerungen (erste Wörter, erste Sätze, Kindermund), führen mit Kindern ab dem 3. Lebensjahr ein Kinderinterview und nutzen zur Sprachlernentwicklung vor Schuleintritt die Lerndokumentation aus dem Sprachlerntagebuch.

Die Auswertung der Beobachtungen (Bsp. Fotos, Videos, Interviews, Lerndokumentation vor Schuleintritt) erfolgt mit den Eltern in den Entwicklungsgesprächen. Mindestens einmal im Jahr findet ein Entwicklungsgespräch statt (bei Bedarf auch öfter), um über die Interessen und Fähigkeiten des Kindes und über gemeinsame Ziele zu sprechen.
Tägliche Kurzberichte über den jeweiligen Tag werden an der Infotafel für alle Eltern notiert. In den Garderoben befindet sich ein digitaler Bilderrahmen mit aktuellen Fotos der vergangenen Tage, um Eltern einen umfangreichen Einblick in die Lebenswelt ihres Kindes zu ermöglichen. In regelmäßigen Abständen erhalten alle Eltern eine Zusammenfassung über die Geschehnisse in den Gruppen (Rückblick) per E-Mail.

Der Kindergarten ist nicht nur ein Ort für Kinder, sondern auch für ihre Eltern. Der Kindergarten ist eine familienergänzende Einrichtung. Unser Ziel ist, dass sich Eltern sowie nahe Familienmitglieder und Kinder bei uns wohl fühlen. Voraussetzung hierfür ist eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Eltern sollen das Gefühl haben, dass ihr Kind im Kindergarten gut betreut und gefördert wird.

Es ist uns wichtig, Eltern an unserer Arbeit teilhaben zu lassen, ihre Meinung zu hören, ernst zu nehmen und gemeinsame Ideen im Kindergartenalltag umzusetzen. Uns ist bewusst, dass Eltern die Experten für ihre Kinder sind. Um eine pädagogisch wertvolle Arbeit mit den Kindern gestalten zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit den Familien unerlässlich. Demzufolge sind Vertrauen, Wertschätzung, Respekt und Anerkennung wichtige Pfeiler innerhalb dieser Zusammenarbeit und für uns in unserer täglichen Arbeit von hohem Stellenwert.

Kritik, Anregungen, Wünsche und auch Beschwerden der Eltern nehmen wir sehr ernst. Gemeinsam suchen wir nach konstruktiven Lösungen. In Zusammenarbeit mit den Eltern haben wir ein Beschwerdemanagement erstellt, was ermöglicht, auf unterschiedlichen Wegen sein Anliegen vorbringen zu können und einen professionellen Umgang sichert.

Wir freuen uns, wenn Eltern oder Familienangehörige sich nach Absprache in die pädagogische Arbeit oder die Gestaltung der Kitaräume mit einbringen, z.B. durch Vorstellung des Arbeitsplatzes, kleine Projekte, Vorlesestunden, Wandmalereien und vieles mehr. Alle Vorschläge sind herzlich willkommen.

Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, unsere Eltern bestmöglich zu unterstützen.

Die Eingewöhnung in den Kindergarten bedeutet für jedes Kind eine große Herausforderung. Das Kind muss sich an eine neue Umgebung anpassen und Beziehungen zu noch fremden Personen aufbauen. Es gibt einen veränderten Tagesablauf, neue Situationen und die tägliche Trennung von den Eltern. Dafür müssen Eltern bereit sein, sich Zeit zur Begleitung ihres Kindes zu nehmen. Die Eingewöhnung eines Kindes kann unterschiedlich lange dauern. Eltern sollten mindesten 3 bis 5 Wochen für eine optimale Eingewöhnung einplanen. Wir gewöhnen die Kinder ihrem Alter, ihrer Erfahrung mit Kindergruppen und ihrer individuellen Bedürfnisse entsprechend ein. Die Eingewöhnung ist das A und O für eine qualitätsvolle Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Erst wenn das Kind Vertrauen gefasst hat, wenn es die Einrichtung, den Tagesablauf, die neuen Bezugspersonen und Kinder kennengelernt hat und mit ihnen Kontakt aufnimmt, kann es in der Einrichtung lernen, sich ausdrücken und wohlfühlen. In dieser Phase sind wir in einem sehr engen Austausch mit den Eltern, da auch sie Sicherheit brauchen und diese dann ihrem Kind weitergeben können.

Damit wir eine individuelle und sanfte Eingewöhnung gewährleisten können, gewöhnen wir die neuen Kinder nacheinander (gestaffelt) ein. Jedes Kind wird während der Eingewöhnungszeit von einer Pädagogin begleitet. Die Eingewöhnungszeit (der erste Kita-Tag) und die Bezugsperson werden von der Kita festgelegt. Die erste Eingewöhnung beginnt in aller Regel im August nach der Sommerschließzeit. Alle ein bis zwei Wochen kommt ein weiteres Kind dazu. Eingewöhnungen außerhalb der Eingewöhnungszeit werden nur angeboten, wenn im laufendem Kita-Jahr ein Platz in der Gruppe frei wird (Bsp. Umzug eines Kindes oder die Eingewöhnung eines Geschwisterkindes).

Vor dem ersten Kita-Tag finden ein Kennenlerncafé und ein individuelles Eingewöhnungsgespräch statt.

Der Ablauf der Eingewöhnung

Unser Ziel ist eine sanfte Eingewöhnung. Daher ist es wichtig, dass die Eltern das pädagogische Konzept und die Vorgehensweise der Kita kennen. Wir gewöhnen die Kinder in Anlehnung an das Berliner Eingewöhnungsmodell ein. In den ersten drei Tagen wird das Kind für ca. 1 bis 1,5 Stunde mit einem Elternteil bzw. Bezugsperson in der Kita sein. In den ersten Tagen finden keine Trennungsversuche statt. Wir werden die Zeit nutzen, um eine Vertrauensbasis aufzubauen und das Kind zum Spielen und Kennenlernen einladen. Das Elternteil bzw. die Bezugsperson sollte sich in der Interaktion mit dem Kind zurückhalten. Nach einigen Tagen (je nach Verhalten des Kindes) wird das Elternteil bzw. die Bezugsperson gebeten, für ein paar Minuten (ca. 10-20 Minuten) den Raum oder den Kindergarten zu verlassen. Diese Zeiten ohne Elternteil bzw. Bezugsperson werden wir dann ausdehnen, so dass sich das Kind daran gewöhnt, uns als neue Bezugsperson anzunehmen, sich von uns trösten, wickeln und begleiten zu lassen. Die Trennungsphasen werden ab der zweiten Woche verlängert, bis das Kind zwei Stunden problemlos in der Krippe verbringen kann. Erst dann wird euer Kind bei uns Mittag essen. Wenn das Kind regelmäßig in der Krippe isst und die morgendlichen Trennungen akzeptiert, dann versucht das Kind zum ersten Mal in der Krippe zu schlafen. In täglichen Absprachen mit der Pädagogin wird vereinbart, wann die erste Trennung, das erste Mittagessen und der erste Mittagschlaf stattfinden.

Auch nach der Eingewöhnungsphase, sollte das Kind für einige Wochen idealerweise zwischen 15.00 und 15.30 Uhr, spätestens jedoch um 16.00 Uhr abgeholt werden. Eine Betreuung während der Früh- und Spätdienstzeiten (von 8.00 bis 9.00 Uhr, sowie von 15.30/16.00 bis 17.00 Uhr) ist erst nach einer gelungenen Eingewöhnung und nach Absprache mit den Pädagog*innen möglich.

Am Ende einer gelungenen Eingewöhnung, jedoch frühestens nach 6 Wochen findet ein Eingewöhnungsabschlussgespräch mit der Pädagogin statt. Die Eingewöhnung ist erfolgreich beendet, wenn das Kind ohne Eltern in der Kita spielt, sich trösten lässt, Kontakt aufnimmt, isst und schlafen kann.

Material zum Spielen ist für Kinder sehr wichtig, kann die Kreativität fördern und gehört selbstverständlich zu ihrer Lebenswelt. Eine Überhäufung mit Spielzeug, Konsumgütern, und Freizeitangeboten kann aber auch dazu führen, dass Kinder zu wenig Gelegenheit haben, „zu sich zu kommen“, ihre eigenen Bedürfnisse zu spüren, ihre eigenen Ideen und Fantasie zu entwickeln.

Aus diesen Gründen führen wir in unserer Kita regelmäßig (meist 1x jährlich) eine spielzeugfreie Zeit durch. Das Projekt wird jedes Mal mit den Kindern und Eltern besprochen und gemeinsam vorbereitet. Die Umsetzung und Durchführung erfolgen mit den Kindern. Gemeinsam besprechen wir, welche Spielsachen „in den Urlaub fahren“ und welche unbedingt in der Kita bleiben sollen. Im Vorfeld informieren wir die Eltern, hängen Listen mit Materialien aus, die sie für die Kita sammeln und mitbringen können.

Während der spielzeugfreien Zeit wollen wir den Kindern nichts wegnehmen, vielmehr wollen wir den Kindern Freiraum zum Spielen bieten und ihre Kreativität schulen. Spielzeugfreie Zeit heißt nicht spielfreie Zeit. Zeug zum Spielen ist in Form von freien Materialien auch während der spielzeugfreien Zeit reichlich vorhanden.

Sowohl der Start des Projektes als auch das Ende der spielzeugfreien Zeit werden mit den Kindern besprochen. Am Ende einer jeden spielzeugfreien Zeit fragen wir die Kinder, welche Spielsachen sie wiederhaben wollen. Eine Möglichkeit ist es, Spielsachen erst wieder rauszugeben, wenn die Kinder danach fragen. Unser Konzept der Spielzeugfreien Zeit ist nicht starr, sondern entwickelt sich mit den Erfahrungswerten. Jedes Mal werden die Wünsche, Bedürfnisse und Erfahrungswerte aller Beteiligten miteinbezogen.

Das Jahr vor der Einschulung ist eine besondere Zeit für die Kinder. Sie blicken der Schule mit großer Begeisterung entgegen, freuen sich darauf endlich Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen.

Wir sehen die gesamte Kindergartenzeit als Vorbereitung auf die Schule an. Die Schulvorbereitung ist Lebensvorbereitung und kein Einschulungstraining. Im letzten Kindergartenjahr bereiten sich die zukünftigen Schulkinder zunehmend auf die Anforderungen der Schule vor. Dazu benötigen sie unsere Hilfe. Durch altersgemäße Angebote in Kleingruppen festigen die Kinder ihre sozialen, emotionalen, körperlichen und kognitiven Fähigkeiten. Im Jahr vor der Einschulung geht es nicht darum, schulische Inhalte vorweg zu nehmen, um in der Schule einen Wissensvorsprung zu haben. In unseren Angeboten geht es vielmehr um eine sanfte Überleitung in den Schulalltag. Vor allem im letzten Kitajahr vermitteln wir den Kindern verstärkt, was sie in der Schule erwartet und wir wollen Lust und Vorfreude auf die neue Zeit nach der Kita machen. Eltern tragen hierzu einen wichtigen Teil zum Gelingen bei.

Wir orientieren uns dabei an den Inhalten des Berliner Bildungsprogramms und berücksichtigen in unseren Angeboten neben der Sprachentwicklung und den mathematischen Grundkompetenzen ebenso die Motorik, die Wahrnehmung und Merkfähigkeit sowie die sozial-emotionalen Fähigkeiten.

Das Ziel einer altersgemäßen Förderung ist es, die Kinder

  • in ihrer Gesamtpersönlichkeit entsprechend ihren individuellen Möglichkeiten zu fördern;
  • in ihrem Sozialverhalten soweit zu fördern, dass sie in einer großen Gruppe leben, spielen und lernen können;
  • in ihrem Selbstvertrauen und ihrem Selbstbild zu stützen und ihre Selbständigkeit zu fördern;
  • in ihrer Lernfreude und in ihrem Lernverhalten anzuregen, und dabei Kreativität und Individualität zu entfalten.

Zurzeit besteht zwischen unserer Kita und der Grundschule am Kollwitzplatz eine Kooperation für zukünftige Schulkinder. Regelmäßig nehmen die Pädagog*innen an den Treffen mit den Grundschullehrer*innen teil und organisieren gemeinsame Veranstaltungen (Bsp. Vorlesezeit in der Grundschule).

Durch unser Abschiedsfest und Abschiedsritual beim Sommerfest wird ein feierlicher Übergang in den neuen Lebensabschnitt Schule gewährleistet.

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